

Echt-Frauenschuh
Cypripedium calceolus
Gattung (genus)
Familie (familia)
Synonym: Mitteleuropa-Frauenschuh
Waagrechtes Rhizom; Laubblätter beidseitig kurzflaumhaarig; Deckblätter groß, laubblattartig; Blüten 1–2(3), rückwärts übergebogen, dadurch verkehrt stehend (resupiniert); Kelchblätter und paarige Kronblätter schokoladebraun (selten gelb: „Goldschuh“); seitliche Kelchblätter miteinander verwachsen und abwärts gerichtet; paarige Kronblätter mehr oder weniger spiralig gedreht und mehr oder weniger schräg abwärts gerichtet; Lippe als Kesselfalle ausgebildet und fungierend, gelb; oberhalb der Narbe ein blassgelbes, rotbraun-gepunktetes blattartiges Staminodium (= das 3. Staubblatt); Blüten duftend. Höhe: 25–60 cm. Geophyt. Blütezeit: V–VI. Halbschattige, lehmreiche, oft wechselfrische Föhren-, Fichten- und Edellaubwälder, Gebüsche und Säume, auch Latschengebüsche, selten Halbtrockenrasen; karbonathold; collin–obermontan(–subalpin); zerstreut bis selten (Rückgang unter anderem wegen stärker schattender Wälder und Nährstoffeintrag aus der Luft; auch durch Ausgraben gefährdet); im Nord- und im Süd-Burgenland vom Aussterben bedroht, im Mittel-Burgenland fehlend.
Detailbeschreibung
Flora status:
- Ureinheimisch = indigen
(Rückgang u. a. wegen stärker schattender Wälder und Nährstoffeintrag aus der Luft; auch durch Ausgraben gefährdet)
Wuchshöhe:
- 15 bis 50 cm: mittelhoch
- 50 bis 100 cm: hochwüchsig
Höhe: 25–60 cm
Blütenbiologie:
- Blüten zwittrig
- Blüten oder Blütenähnliche Strukturen vorhanden: Vermehrung über Samen (Samenpflanzen)
- tierbestäubt (zoophil, meist Insekten)
Lippe als Kesselfalle ausgebildet und fungierend
Blütenstand:
- Anordnung: Infloreszenz oder Einzelblüten auf beblättertem Stängel
- Nur Einzelblüten
- Beblätterung: Frondoser Blütenstand (Blätter im Blütenstandsbereich sind Laubblätter, Blütenstand daher nicht deutlich abgesetzt)
- Beblätterung: Brakteoser Blütenstand (Blätter im Blütenstandsbereich sind Hochblätter, Blütenstand daher deutlich abgesetzt)
- Infloreszenz wenigblütig
Blüten 1–2(3), rückwärts übergebogen, dadurch verkehrt stehend (resupiniert)
Deckblätter groß, laubblattartig
Blütenblätter:
- Anzahl: 6 (meist in zwei Kreisen mit je drei Blütenblättern)
- Blütenhülle ungleichförmig (heterochlamydeisch = Gliederung in Kelch und Krone)
- Blütenhülle freiblättrig
- Farbe: gelb
- Farbe: braun/schwärzlich
- Grösse: Blüten gross (mehr als 2 cm Durchmesser)
- Lippenkrone („Lippenblüte“)
Blüten 1–2(3), rückwärts übergebogen, dadurch verkehrt stehend (resupiniert)
Kelchblätter und paarige Kronblätter schokoladebraun (selten gelb: „Goldschuh“); seitliche Kelchblätter miteinander verwachsen und abwärts gerichtet
paarige Kronblätter ± spiralig gedreht und ± schräg abwärts gerichtet; Lippe gelb
Lippe als Kesselfalle ausgebildet und fungierend
weibliche Organe (Gynözeum):
- Fruchtknoten unterständig
- Fruchtblätter verwachsen
- Narbe kopfig oder sitzend
oberhalb der Narbe ein blassgelbes, rotbraun-gepunktetes blattartiges Staminodium (= das 3. Staubblatt)
männliche Organe (Andrözeum):
- Anzahl: 3 Staubblätter
- Anzahl: 1-2 Staubblätter
- Staminodien (oft in Form von Nektarblättern)
- Staubbeutel nicht gelb (z.B. rot, violett, etc..)
oberhalb der Narbe ein blassgelbes, rotbraungepunktetes blattartiges Staminodium (= das 3. Staubblatt)
Blütenkelch:
- Anzahl: 3 Kelchblätter
- Kelch freiblättrig
Kelchblätter und paarige Kronblätter schokoladebraun (selten gelb: „Goldschuh“)
seitliche Kelchblätter miteinander verwachsen und abwärts gerichtet
Blütenduft:
Blütenduft: verschiedene populationsspezifische Duftmorphen; 2 Düfte an 2 Blütenorganen: süße Milch am Staminodium, Schwarztee am Ansatz der Sepalen; andere Duftmorphe: Pfirsich
Wurzel (Knolle, Rhizome, Zwiebel):
- Rhizom (wurzelartige, meist horizontal verlaufende Sprossachse)
Waagrechtes Rhizom
Spross, Achse, Stamm (zB Borke), Stängel, Internodien:
Waagrechtes Rhizom
Laubblätter beidseitig kurz flaumhaarig
Blatt (Bl. Spreite, Haare, Farbe, Nervatur):
- Behaarung: (allg.) Laubblatt behaart
- Behaarung: Blattoberseite behaart
- Behaarung: Blattunterseite behaart
- Behaarung: Haartyp: Einfache Haare
- Blattform: einfach und ungeteilt (zB Buchenblatt)
- Blattrand: ganzrandig
- Blattstellung: Wechselständig
- Grösse: gross (länger als 10 cm)
- Nervatur parallel-/bogennervig
- Spreite elliptisch
- Spreite lanzettlich
Laubblätter beidseitig kurz flaumhaarig
Deckblätter groß, laubblattartig
Blattstiel:
- Spreitenbasis mit Öhrchen (stängelumfassendes oder halbstängelumfassendes Blatt)
- Blattstiel fehlend (sitzendes Blatt)
Lebensraum:
- Wälder und Forste
- Waldlichtungen, Waldschläge, Gebüsche, Saumgesellschaften
- Gebüsche und Hochstaudenfluren
- Halbtrockenrasen
Halbschattige, lehmreiche, oft wechselfrische Föhren-, Fichten- und Edellaubwälder, Gebüsche und Säume, auch Latschengebüsch, selten Halbtrockenrasen; karbonathold
(Rückgang u. a. wegen stärker schattender Wälder und Nährstoffeintrag aus der Luft; auch durch Ausgraben gefährdet)
Ökologie:
- Lichtliebend (=heliophil)
Halbschattige, lehmreiche, oft wechselfrische Föhren-, Fichten- und Edellaubwälder, Gebüsche und Säume, auch Latschengebüsch, selten Halbtrockenrasen; karbonathold
Zeigerwerte: 5 5 5 4 8 4
(Rückgang u. a. wegen stärker schattender Wälder und Nährstoffeintrag aus der Luft; auch durch Ausgraben gefährdet).
Höhenstufen:
- Collin (von 0 bis 250/400 m SH) – Waldsteppenzone, trocken-warme Eichen-Hainbuchenwälder
- Submontan (bis 350/450m SH) - Buchenwälder und Eichen-Hainbuchenwälder
- montan bzw. untermontan (bis 700/900m SH) – Buchenwälder
collin–obermontan(–subalpin)
Geologie/Boden:
- Kalkliebend (=basiphil) bzw. karbonatliebend
- Dichte Böden (lehmig, tonig)
Halbschattige, lehmreiche, oft wechselfrische Föhren-, Fichten- und Edellaubwälder, Gebüsche und Säume, auch Latschengebüsch, selten Halbtrockenrasen; karbonathold
Zeigerwerte: 5 5 5 4 8 4
Vermehrungsstrategien:
- sexuell
Verbreitunsstrategien:
- Flugfrucht (Anemochorie)
Blütezeit:
- 05 - Mai
- 06 - Juni
V–VI

