Adria-Riemenzunge

Himantoglossum adriaticum


Gattung (genus)

Himantoglossum hircinum agg.

Gattung (genus)

Riemenzunge / Himantoglossum

Familie (familia)

Orchideen / Orchidaceae


Laubblätter länglich-lanzettlich, Grundblätter 10–20 cm lang und 4–5 cm breit, zur Blütezeit fehlend; Stängel-Laubblätter et­was abstehend; Deckblätter 2–3 cm lang, schmal-linealisch, fast so lang wie die Blüten; Blütenstand locker, (15)25–40(50)-blütig; Blütenduft: schwach bis kräftig: Bananenschale+schwach Pilz und süße Milch, manchmal Anis (nicht Ziegenbock!); Helm (Kelchblatt und paarige Kronblätter miteinander verklebt) außen weißlich, blass­rosa oder blassgrünlich, innen braunrot geadert; Lippe tief 3-lappig, im unge­spaltenen weißlichen Teil mit weißlich bis braunroten Haarbüscheln besetzt, Mittel­lappen ± gedreht, an der Spitze 5–18 mm tief gespalten; Lippenrand und Seitenlappen grünlich bis dunkelbraunrot; Sporn 2–4 mm lang. Höhe: (30)50–70(80) cm. ♃ Hemikryptophyt, wintergrün. (V)VI(VII). Lichte (Flaumeichen-)Wälder, Säume, Halbtrockenrasen; karbonatliebend; Zeigerwerte: 7 7 2  3 9 2; collin–submontan; selten; ⇗[1]. Im Pannonikum, nördlichen Alpenostrand  und in den Südalpen. UG; – B, W, N, O-St! (sehr selten[2]); – BS, SüdT, TN, VR, VI, BL. (Haupt­verbreitung: östlicher Mediterran- und Submediterranraum) RL: Ö NT, Alp EN, söVL; SüdT 1; Ven 4; SLO 3; FFH2+4. s – Wurde erst 1978 von Helmut Baumann von H. hircinum abgetrennt: sp. n.: Baumann (1978). Lit.: Bódis& al. (2019), Mrkvicka (1990) – (H. hircinum[3] [s. lat.], H. hircinumsubsp. adria­ticum p. p.) Adria-R. / H. adriaticum

 

 


[1]  – breitet sich in den letzten Jahren v. a. in aufgelassenem Kultuland, insbes. Weingarten­brachen u. in Saumges. aus.

[2]  Neufund B. Wieser in Zernig& al. (2016: 175–176) in Muggendorf b. Straden.

[3]  Die Namen „Bocksriemenzunge“ u. „Bocksorchis“ beziehen sich auf das nah verwandte
H. hircinum s. str., dessen Blü nach Ziegenbock „duften“.

Detailbeschreibung
Details

Flora status:

Verbreitung:

Haupt­verbreitung: östlicher Mediterran- und Submediterranraum

Gebiet:

Im Pannonikum, nördlichen Alpenostrand  und in den Südalpen

Lebensform:

Wuchsform:

  • ausdauernd
  • krautig
  • pollakanth (mehrmals blühend)

Hemikryptophyt, wintergrün

Wuchshöhe:

  • 15 bis 50 cm: mittelhoch
  • 50 bis 100 cm: hochwüchsig

Höhe: (30)50–70(80) cm

Blütenbiologie:

  • Blüten zwittrig
  • Blüten oder Blütenähnliche Strukturen vorhanden: Vermehrung über Samen (Samenpflanzen)

Blütenstand:

  • Anordnung: Infloreszenz oder Einzelblüten auf beblättertem Stängel
  • Beblätterung: Brakteoser Blütenstand (Blätter im Blütenstandsbereich sind Hochblätter, Blütenstand daher deutlich abgesetzt)
  • Infloreszenz lockerblütig
  • Infloreszenz vielblütig
  • Typ: Ähre (oder Kolben, wenn Achse verdickt)
  • Typ: Traube

Stängel-Laubblätter et­was abstehend

Deckblätter 2–3 cm lang, schmal-linealisch, fast so lang wie die Blüten

Blütenstand locker, (15)25–40(50)-blütig

 

Blütenblätter:

  • Anzahl: 6 (meist in zwei Kreisen mit je drei Blütenblättern)
  • Blüten gespornt
  • Apex: Blütenblätter (oder Kronzipfel) lappig, spaltig oder schnittig
  • Blütenhülle ungleichförmig (heterochlamydeisch = Gliederung in Kelch und Krone)
  • Blütenhülle freiblättrig
  • Farbe: grünlich
  • Farbe: purpurn oder (purpur)rosa
  • Farbe: weiß oder cremefarben
  • Lippenkrone („Lippenblüte“)
  • Krone behaart oder am Rand bewimpert
  • Farbe: rot
  • Farbe: braun/schwärzlich
  • Farbe: mehrfarbig oder gemustert

Helm (Kelchblatt und paarige Kronblätter miteinander verklebt) außen weißlich, blass­rosa oder blassgrünlich, innen braunrot geadert

Lippe tief 3-lappig, im unge­spaltenen weißlichen Teil mit weißlich bis braunroten Haarbüscheln besetzt, Mittel­lappen ± gedreht, an der Spitze 5–18 mm tief gespalten

Lippenrand und Seitenlappen grünlich bis dunkelbraunrot

Sporn 2–4 mm lang

Blütensymmetrie:

weibliche Organe (Gynözeum):

männliche Organe (Andrözeum):

  • Anzahl: 1-2 Staubblätter
  • Staubblätter verwachsen

Blütenkelch:

  • Anzahl: 3 Kelchblätter
  • Kelch freiblättrig

Helm (Kelchblatt und paarige Kronblätter miteinander verklebt) außen weißlich, blass­rosa oder blassgrünlich, innen braunrot geadert

Blütenduft:

  • mit deutlichem Blütenduft (kräftig bzw. stark lt. EF 4)

Blütenduft: schwach bis kräftig: Bananenschale+schwach Pilz und süße Milch, manchmal Anis (nicht Ziegenbock!)

Wurzel (Knolle, Rhizome, Zwiebel):

  • Speicherwurzel(n) – Rüben und Wurzelknollen

Spross, Achse, Stamm (zB Borke), Stängel, Internodien:

Grundblätter zur Blütezeit fehlend

Stängel-Laubblätter et­was abstehend

wintergrün

Blatt (Bl. Spreite, Haare, Farbe, Nervatur):

  • Blattform: einfach und ungeteilt (zB Buchenblatt)
  • Blattrand: ganzrandig
  • Blattstellung: Grundständig (Rosette)
  • Blattstellung: Wechselständig
  • Grösse: gross (länger als 10 cm)
  • Nervatur parallel-/bogennervig
  • Spreite lanzettlich

Laubblätter länglich-lanzettlich

Grundblätter 10–20 cm lang und 4–5 cm breit, zur Blütezeit fehlend; Stängel-Laubblätter et­was abstehend

 

Blattstiel:

Rosette:

Grundblätter 10–20 cm lang und 4–5 cm breit, zur Blütezeit fehlend; Stängel-Laubblätter et­was abstehend

Frucht:

Samen:

  • Frucht mehr- bis vielsamig
  • Samen von Fruchtknoten eingeschlossen (Bedecktsamer)

Lebensraum:

  • Halbtrockenrasen
  • Wälder und Forste
  • Waldlichtungen, Waldschläge, Gebüsche, Saumgesellschaften

Lichte (Flaumeichen-)Wälder, Säume, Halbtrockenrasen; karbonatliebend

Im Pannonikum

Ökologie:

  • Lichtliebend (=heliophil)

Lichte (Flaumeichen-)Wälder, Säume, Halbtrockenrasen; karbonatliebend; Zeigerwerte: 7 7 2  3 9 2

Im Pannonikum

Höhenstufen:

  • Collin (von 0 bis 250/400 m SH) – Waldsteppenzone, trocken-warme Eichen-Hainbuchenwälder
  • Submontan (bis 350/450m SH) - Buchenwälder und Eichen-Hainbuchenwälder

collin–submontan

Geologie/Boden:

  • Kalkliebend (=basiphil) bzw. karbonatliebend

Lichte (Flaumeichen-)Wälder, Säume, Halbtrockenrasen; karbonatliebend; Zeigerwerte: 7 7 2  3 9 2

Vermehrungsstrategien:

  • sexuell

Blütezeit:

  • 05 - Mai
  • 06 - Juni
  • 07 - Juli

(V)VI(VII)