



Dingel
Limodorum abortivum
Gattung (genus)
Familie (familia)
Synonyme: „Violetter Dingel“, „Dingelorchis“
Waagrechtes Rhizom; Blütenstand locker, 5–20-blütig; Deckblätter länger als der Fruchtknoten, violettnervig; Blütenstiel kurz, gedreht; Blüten 3–4 cm breit; Blütenhüllblätter geschlossen bleibend oder einen Helm bildend oder weit geöffnet, hell- bis sattviolett; Lippe 14–22 mm lang, nahe dem Grund undeutlich eingeschnürt, waagrecht- bis aufrecht-abstehend; Vorderglied mit hochgebogenen welligen Rändern, in der Längsrichtung nach außen gekrümmt; Selbstbestäubung möglich; manchmal unterirdische, kleistogame Blüten. Höhe: 20–70 cm. Geophyt. Blütezeit: VI. Lichte, sommerwarme, trockene Föhren- und Eichenwälder, auch Buchenwälder, Magerrasen; karbonatliebend; collin–untermontan; selten bis sehr selten; im Nord-Burgenland stark gefährdet, sonst vom Aussterben bedroht.
Detailbeschreibung
Flora status:
- Ureinheimisch = indigen
Verbreitung:
Submediterran
Lebensform:
- Geophyt (Zwiebel-, Knollen- und Rhizompflanzen)
Wuchsform:
- ausdauernd
- krautig
- pollakanth (mehrmals blühend)
Waagrechtes Rhizom; laubblattlos, holomykotroph
Wuchshöhe:
- 15 bis 50 cm: mittelhoch
- 50 bis 100 cm: hochwüchsig
Höhe: 20–70 cm
Blütenbiologie:
- Blüten zwittrig
- Blüten oder Blütenähnliche Strukturen vorhanden: Vermehrung über Samen (Samenpflanzen)
- selbstbestäubt (autogam)
- tierbestäubt (zoophil, meist Insekten)
Selbstbestäubung möglich; manchmal unterirdische, kleistogame Blüten
Blütenstand:
- Anordnung: Infloreszenz oder Einzelblüten auf beblättertem Stängel
- Beblätterung: Brakteoser Blütenstand (Blätter im Blütenstandsbereich sind Hochblätter, Blütenstand daher deutlich abgesetzt)
- Infloreszenz wenigblütig
- Infloreszenz lockerblütig
- Infloreszenz vielblütig
- Typ: Ähre (oder Kolben, wenn Achse verdickt)
- Typ: Traube
Blütenstand locker, 5–20-blütig
Deckblätter länger als der Fruchtknoten, violettnervig
Blütenstiel kurz, gedreht
Blütenblätter:
- Anzahl: 6 (meist in zwei Kreisen mit je drei Blütenblättern)
- Blütenhülle freiblättrig
- Blütenhülle ungleichförmig (heterochlamydeisch = Gliederung in Kelch und Krone)
- Farbe: purpurn oder (purpur)rosa
- Farbe: violett
- Grösse: Blüten gross (mehr als 2 cm Durchmesser)
- Lippenkrone („Lippenblüte“)
Blüten 3–4 cm breit
Blütenhüllblätter geschlossen bleibend oder einen Helm bildend oder weit geöffnet, hell- bis sattviolett
Lippe 14–22 mm lang, waagrecht- bis aufrecht-abstehend, nahe dem Grund undeutlich eingeschnürt, Vorderglied (Epichil) mit hochgebogenen, welligen Rändern, in der Längsrichtung nach außen gekrümmt
weibliche Organe (Gynözeum):
- Fruchtblätter verwachsen
- Fruchtknoten unterständig
- Narbe kopfig oder sitzend
Deckblätter länger als der Fruchtknoten
männliche Organe (Andrözeum):
- Anzahl: 1-2 Staubblätter
- Staubblätter verwachsen
Blütenkelch:
- Anzahl: 3 Kelchblätter
- Kelch freiblättrig
Wurzel (Knolle, Rhizome, Zwiebel):
- Rhizom (wurzelartige, meist horizontal verlaufende Sprossachse)
Waagrechtes Rhizom
Spross, Achse, Stamm (zB Borke), Stängel, Internodien:
- Hochblätter vorhanden
- Pflanze kahl
- Pflanze ohne Chlorophyll (nicht grün)
- Stängel stielrund
- Wuchs: Pflanze aufrecht wachsend
Waagrechtes Rhizom; laubblattlos, holomykotroph
manchmal unterirdische, kleistogame Blüten
Blatt (Bl. Spreite, Haare, Farbe, Nervatur):
- Blattrand: ganzrandig
- Blattstellung: Wechselständig
- mit Blattscheide
- Spreite schuppenförmig
laubblattlos, holomykotroph
Blattstiel:
- Blattstiel fehlend (sitzendes Blatt)
Lebensraum:
- Wälder und Forste
- Wiesen (außer Feuchtwiesen und Trockenrasen)
Lichte, sommerwarme, trockene Föhren- und Eichenwälder, auch Buchenwälder, Magerrasen; karbonatliebend
Ökologie:
- wärmeliebend (thermophil)
Lichte, sommerwarme, trockene Föhren- und Eichenwälder, auch Buchenwälder, Magerrasen; karbonatliebend
Zeigerwerte: 6 7 3 4 8 3
Höhenstufen:
- Collin (von 0 bis 250/400 m SH) – Waldsteppenzone, trocken-warme Eichen-Hainbuchenwälder
- Submontan (bis 350/450m SH) - Buchenwälder und Eichen-Hainbuchenwälder
- montan bzw. untermontan (bis 700/900m SH) – Buchenwälder
collin–untermontan
Geologie/Boden:
- Kalkliebend (=basiphil) bzw. karbonatliebend
Lichte, sommerwarme, trockene Föhren- und Eichenwälder, auch Buchenwälder, Magerrasen; karbonatliebend
Vermehrungsstrategien:
- sexuell
Selbstbestäubung möglich; manchmal unterirdische, kleistogame Blüten
Blütezeit:
- 06 - Juni
VI



