Meergrün-Sesel

Seseli osseum


Gattung (genus)

Seseli elatum agg.

Gattung (genus)

Sesel / Seseli

Familie (familia)

Doldenblütler / Apiaceae


Die im Burgenland (und in Österreich) einzige Art der Artengruppe Seseli elatum agg. Wird oft auch nur als Unterart von Seseli elatum aufgefasst.

Synonyme: Seegrüner Bergfenchel, Knochenharter Hoch-Sesel, Knochenharter Bergfenchel; Seseli "glaucum", Seseli beckii, Seseli devenyense, Seseli osseum subsp. osseum

Pflanze meist hochwüchsig (größer als 50 cm), Stängel bleich, knochenartig, stielrund bis fein gerillt, kahl; meist bereift; Stängel nicht stark kantig gefurcht; Laubblatt 3–4×-gefiedert oder -fiederschnittig. Laubblatt meist deutlich meergrün, ca. (15)20–30 cm lang, sehr locker (Zipfel voneinander entfernt); Laubblattzipfel schmal-linealisch, ca. 1 mm breit; Endzipfel der Laubblätter an der Spitze oft (?) winzig papillös (starke Lupe!); Laubblattstiele und Rhachis der Grundblätter oberseits nicht rinnig vertieft; Doldenstrahlen (5)8–15, rundum kahl (Lupe!). Hüllbatt fehlend (selten 1–2); Kelchblatt höchstens 0,4 mm lang, deutlich, unmittelbar unterhalb des Griffelpolsters eingefügt. Kronblatt: Lob riemenförmig, ca. ½, meist vorn etwas verbreitert, gestutzt, meist stark eingerollt; Flexurkante ± gerade bis schwach gebuchtet. Kronblatt 0,5 mm lang, eiförmig-rundlich. Frucht kugelig bis ellipsoid, ≈ 1½–2× so lang wie breit, fein flaumig bis kahl, mit im Querschnitt (starke Lupe!)1(2) Ölstriemen zwischen je 2 Rippen; Fruchtrippen deutlich kantig hervorspringend. Höhe: 50–120 cm. kurzlebig bis ausdauernd. Hemikryptophyt. VII–VIII(X). Felssteppen, sonnige, steinige Abhänge, auch Trockenrasen; karbonatliebend (?); collin–submontan(–untermontan); selten. Besonders im Pannonikum.

 

Detailbeschreibung
Details

Flora status:

Gebiet:

Besonders im Pannonikum

 

Lebensform:

Wuchsform:

  • ausdauernd
  • bienn (zweijährig)
  • hapaxanth (nur einmal blühend, danach absterbend)
  • krautig

kurzlebig, nach der Fruchtreife absterbend

Wuchshöhe:

  • 50 bis 100 cm: hochwüchsig
  • Größer als 100cm: Sehr hochwüchsig

Höhe: 50–120 cm

Blütenbiologie:

  • Blüten zwittrig
  • Blüten oder Blütenähnliche Strukturen vorhanden: Vermehrung über Samen (Samenpflanzen)
  • tierbestäubt (zoophil, meist Insekten)

insektenbestäubt?

Blütenstand:

  • Anordnung: Infloreszenz oder Einzelblüten auf beblättertem Stängel
  • Beblätterung: Brakteoser Blütenstand (Blätter im Blütenstandsbereich sind Hochblätter, Blütenstand daher deutlich abgesetzt)
  • Typ: Doppeldolde

Hüllblätter fehlend (selten 1–2)

Doldenstrahlen rundum kahl(Lupe!)

Doldenstrahlen (5)8–15

 

Blütenblätter:

  • Anzahl: 5
  • Blüte mit Nektarien/Nektarblättern/Diskus
  • Blütenhülle freiblättrig
  • Blütenhülle ungleichförmig (heterochlamydeisch = Gliederung in Kelch und Krone)
  • Farbe: weiß oder cremefarben
  • Grösse: Blüten sehr klein (unter 5mm Durchmesser)

Kelchblatt höchstens 0,4 mm lang, deutlich

Kronblatt: Lobulum riemenförmig, ca. ½, meist vorn etwas verbreitert, gestutzt, meist stark eingerollt; Flexurkante ± gerade bis schwach gebuchtet.

Kelchblatt unmittelbar unterhalb des Griffelpolsters eingefügt

Kronblätter 0,5 mm lang, eiförmig-rundlich

Blütensymmetrie:

weibliche Organe (Gynözeum):

  • Fruchtknoten unterständig
  • Fruchtblätter verwachsen
  • Griffel: 2 (bzw. Narben (bei Seggen))

Kelchblatt unmittelbar unterhalb des Griffelpolsters eingefügt

männliche Organe (Andrözeum):

  • Anzahl: 5 Staubblätter
  • Staubblätter frei

Blütenkelch:

  • Anzahl: 5 Kelchblätter
  • Kelch freiblättrig
  • Kelchzähne deutlich

Kelchblatt höchstens 0,4 mm lang, deutlich

Kelchblatt unmittelbar unterhalb des Griffelpolsters eingefügt

Wurzel (Knolle, Rhizome, Zwiebel):

  • Speicherwurzel(n) – Rüben und Wurzelknollen

Pleiokormrübe

Spross, Achse, Stamm (zB Borke), Stängel, Internodien:

Stängel nicht stark kantig gefurcht

Pflanze meist hochwüchsig (größer als 50 cm), Stängel bleich, knochenartig, stielrund bis fein gerillt, kahl

Stängel meist bereift

 

Blatt (Bl. Spreite, Haare, Farbe, Nervatur):

  • Blattform: zusammengesetzt (z.B. Eschenblatt)
  • Blattform: zusammengesetzt: zweifach (doppelt) oder mehrfach
  • Blattstellung: Grundständig (Rosette)
  • Blattstellung: Wechselständig
  • Grösse: gross (länger als 10 cm)
  • mit Blattscheide
  • Spreite linealisch
  • Blattform: geteilt, geschnitten

Laubblattzipfel schmal-linealisch, ca. 1 mm breit

Laubblatt 3–4×-gefiedert od. -fiederschnittig

Laubblattstiele u. Rhachis der Grundblätter oberseits nicht rinnig vertieft

Laubblatt meist deutlich meergrün, ca. (15)20–30 cm lang, sehr locker (Zipfel voneinander entfernt)

Endzipfel der Laubblätter an der Spitze oft (?) winzig papillös (starke Lupe!)

 

Blattstiel:

Laubblattstiele u. Rhachis der Grundblätter oberseits nicht rinnig vertieft

Rosette:

Fruchtstand:

Hüllblätter fehlend (selten 1–2)

Doldenstrahlen rundum kahl(Lupe!)

Doldenstrahlen (5)8–15

Frucht:

  • Achäne /Karyopse
  • Spaltfrucht (z.B. Ahorn)
  • Oberfläche: behaart

Doppelachäne

Frucht kugelig bis ellipsoid, ≈ 1½–2× so lang wie breit

Frucht fein flaumig bis kahl, mit im Querschnitt (starke Lupe!) 1(2) Ölstriemen zwischen je 2 Rippen

Fruchtrippen deutlich kantig hervorspringend

Samen:

  • Frucht einsamig
  • Frucht zwei- bis wenigsamig
  • Samen von Fruchtknoten eingeschlossen (Bedecktsamer)

Teilfrucht einsamig

Lebensraum:

  • Felsstandorte
  • Trockenrasen

Felssteppen, sonnige, steinige Abhänge, auch Trockenrasen; karbonatliebend (?)

Besonders im Pannonikum

 

Ökologie:

  • An Trockenstandorte angepasst (Xerophyt)
  • wärmeliebend (thermophil)

Felssteppen, sonnige, steinige Abhänge, auch Trockenrasen; karbonatliebend (?)

 

Höhenstufen:

  • Collin (von 0 bis 250/400 m SH) – Waldsteppenzone, trocken-warme Eichen-Hainbuchenwälder
  • Submontan (bis 350/450m SH) - Buchenwälder und Eichen-Hainbuchenwälder
  • montan bzw. untermontan (bis 700/900m SH) – Buchenwälder

collin - submontan (untermontan)

Geologie/Boden:

  • Kalkliebend (=basiphil) bzw. karbonatliebend
  • Flachgründige Böden

Felssteppen, sonnige, steinige Abhänge, auch Trockenrasen; karbonatliebend (?)

 

Vermehrungsstrategien:

  • sexuell

Verbreitunsstrategien:

Streufrüchte

Blütezeit:

  • 07 - Juli
  • 08 - August
  • 09 - September
  • 10 - Oktober

VII–VIII(X)