Wiesen-Kerbel

Anthriscus sylvestris


Gattung (genus)

Anthriscus sylvestris agg.

Gattung (genus)

Kerbel / Anthriscus

Familie (familia)

Doldenblütler / Apiaceae


Jede der beiden untersten Fiedern viel kleiner als die restliche Spreite; Fr (6)7–10 mm lg, am Grund der Blü u. der Fr meist mit einem Kranz von ca. 0,1 mm lg Schüppchen od. Borsten (auch bei subsp. fumarioides?). — Stg bes. unten dicht kurz-steifhaarig (dadurch grau erscheinend), seltener kahl; LB 2–3×-gefiedert, nicht aromatisch, u’seits meist glanzlos; Querschnitt des LB’Stiels mit zent­ralem Gefäßbündel; RandBlü nur wenig ver­größert; KroB slt auch längl.-herzfmg od. ellipt.; Fdg mßg bis nicht erkennbar. H: (60)80–160 cm. H He. V(–VIII). Frische In­tensivwiesen, Hoch­staudenfluren, Rude­ralfluren, Waldränder; Dün­gungszeiger; coll–mont (–suba); s hfg bis hfg. Alle TG. – (2n = 16) – (A. syl­vestrissubsp. sylvestris, Chae­rophyllum sylvestre) Wiesen-K., „Wilder K.“[1], „Hundskimm“ / A. sylvestris (s. str.)

Vwm.: Im Habitus recht ähnlich ist Chaerophyllumaureum/ Gold-Kälberkropf, s. d.!

 

Im Burgenland (und in Österreich) kommt nur die Unterart Anthriscus sylvestris subsp. sylvestris vor.

 

Schlüssel für die Unterarten (EF4):

a    Zipfel (Abschnitte 3. Ordng) lin..VR, BL.RL: Ven 3. Alpen-W.-K.; C. alpino / A. s. subsp. alpinus

Anm.: Wieweit sich diese UArt von subsp. stenophyllusunterscheidet, scheint unklar.

–  Zipfel lanz.................................................................................................. b

b    Reife Fr schwarz bis d’braun, glatt, glänzend, meist ohne Knötchen; unterste LB’Ab­schnitteeifmg. — Doldenstrahlen 8–15;Fr 7–10 mm lg. Alle TG. Gewöhnlicher W.-K. / A. s. subsp. sylvestris

–    Reife Fr gelbl. braun, rau, matt (nicht glänzend), meist mit ± deutl. spitzen Knötchen, auf denen oft eine gebogene Borste sitzt; unterste LB’Abschnitte deutl. keilig.— Dolden­strahlen 5–12; Fr 6–8 mm lg. Schottrige Hänge. SLO (D: Trnovskigozd). (HptVbr.: SW-Slowenien, westl. BalkHI, Italien) – (A. fumarioides19)  Raufrüchtiger W.-K., „Erdrauch-K.“; rosničasta k. / A. s. subsp. fumarioides

 


[1]lat. Epithet zwar richtig übersetzt, aber irreführend, weil verwechselbar mit dem Wilden Küchen-K.

Detailbeschreibung
Details

Flora status:

Lebensform:

Wuchsform:

Verwechslungsmöglichkeit.: Im Habitus recht ähnlich ist Chaerophyllum aureum/ Gold-Kälberkropf, s. d.!

 

Wuchshöhe:

  • 50 bis 100 cm: hochwüchsig
  • Größer als 100cm: Sehr hochwüchsig

Höhe: (60)80–160 cm

Blütenbiologie:

  • Blüten zwittrig
  • Blüten oder Blütenähnliche Strukturen vorhanden: Vermehrung über Samen (Samenpflanzen)
  • tierbestäubt (zoophil, meist Insekten)

Blütenstand:

  • Anordnung: Infloreszenz oder Einzelblüten auf beblättertem Stängel
  • Beblätterung: Brakteoser Blütenstand (Blätter im Blütenstandsbereich sind Hochblätter, Blütenstand daher deutlich abgesetzt)
  • Infloreszenz vielblütig
  • Typ: Doppeldolde

am Grund der Blüten u. der Frucht meist mit einem Kranz von ca. 0,1 mm langen Schüppchen od. Borsten

Randblüten nur wenig vergrößert

Blütenblätter:

  • Anzahl: 5
  • Blüte mit Nektarien/Nektarblättern/Diskus
  • Blütenhülle freiblättrig
  • Blütenhülle ungleichförmig (heterochlamydeisch = Gliederung in Kelch und Krone)
  • Farbe: weiß oder cremefarben
  • Grösse: Blüten sehr klein (unter 5mm Durchmesser)

am Grund der Blüten u. der Frucht meist mit einem Kranz von ca. 0,1 mm langen Schüppchen od. Borsten

Randblüten nur wenig vergrößert

Kronblatt selten auch länglich-herzförmig od. elliptisch

Förderung mäßig bis nicht erkennbar

Blütensymmetrie:

Randblüten nur wenig vergrößert

weibliche Organe (Gynözeum):

  • Fruchtblätter verwachsen
  • Fruchtknoten unterständig
  • Griffel: 2 (bzw. Narben (bei Seggen))

männliche Organe (Andrözeum):

  • Anzahl: 5 Staubblätter
  • Staubblätter frei

Blütenkelch:

  • Anzahl: 5 Kelchblätter
  • nicht vorhanden oder hinfällig

Kelch winzig oder fehlend

Wurzel (Knolle, Rhizome, Zwiebel):

  • Speicherwurzel(n) – Rüben und Wurzelknollen

Rübe

Spross, Achse, Stamm (zB Borke), Stängel, Internodien:

  • Pflanze behaart
  • Stängel röhrig/hohl
  • Wuchs: Pflanze aufrecht wachsend

Stängel bes. unten dicht kurz-steifhaarig (dadurch grau erscheinend), seltener kahl

 

Verwechslungsmöglichkeit.: Im Habitus recht ähnlich ist Chaerophyllum aureum/ Gold-Kälberkropf, s. d.!

 

Blatt (Bl. Spreite, Haare, Farbe, Nervatur):

  • Behaarung: (allg.) Laubblatt behaart
  • Behaarung: Haartyp: Einfache Haare
  • Blattform: geteilt, gespalten
  • Blattform: zusammengesetzt (z.B. Eschenblatt)
  • Blattform: zusammengesetzt: zweifach (doppelt) oder mehrfach
  • Blattform: zusammengesetzt, unpaarig (mit Endblättchen)
  • Blattrand: gezähnt
  • Blattstellung: Grundständig (Rosette)
  • Blattstellung: Wechselständig
  • Fiederblätter: ein oder wenige (bis drei) Fiederpaare
  • mit Blattscheide

Jede der beiden untersten Fiedern viel kleiner als die restliche Spreite

Laubblatt 2–3×-gefiedert, nicht aromatisch, unterseits meist glanzlos Querschnitt des Laubblattstiels mit zentralem Gefäßbündel

 

Verwechslungsmöglichkeit.: Im Habitus recht ähnlich ist Chaerophyllum aureum/ Gold-Kälberkropf, s. d.!

 

Blattstiel:

Rosette:

Frucht:

  • Achäne /Karyopse
  • mit Fruchtschnabel
  • Spaltfrucht (z.B. Ahorn)

Frucht mit kurzem gerippten Schnabel

Frucht (6)7–10 mm lang, am Grund der Blüten u. der Frucht meist mit einem Kranz von ca. 0,1 mm langen Schüppchen od. Borsten

DoppelachÄne

Samen:

  • Frucht einsamig
  • Samen von Fruchtknoten eingeschlossen (Bedecktsamer)
  • Frucht zwei- bis wenigsamig

Teilfrucht einsamig

Lebensraum:

  • Wiesen (außer Feuchtwiesen und Trockenrasen)
  • Gebüsche und Hochstaudenfluren
  • Ruderalstandorte
  • Waldlichtungen, Waldschläge, Gebüsche, Saumgesellschaften

Frische Intensivwiesen, Hochstaudenfluren, Ruderalfluren, Waldränder; Dün-gungszeiger

 

Ökologie:

  • Nährstoffzeiger (fette, nährstoffreiche Böden)

Frische Intensivwiesen, Hochstaudenfluren, Ruderalfluren, Waldränder; Dün-gungszeiger

Höhenstufen:

  • Collin (von 0 bis 250/400 m SH) – Waldsteppenzone, trocken-warme Eichen-Hainbuchenwälder
  • Submontan (bis 350/450m SH) - Buchenwälder und Eichen-Hainbuchenwälder
  • montan bzw. untermontan (bis 700/900m SH) – Buchenwälder

collin–montan (–subalpin)

Vermehrungsstrategien:

  • sexuell

Verbreitunsstrategien:

Streufrüchte

Blütezeit:

  • 05 - Mai
  • 06 - Juni
  • 07 - Juli
  • 08 - August

V(–VIII)