Hain-Sumpf-Vergissmeinnicht
Myosotis nemorosa
Gattung (genus)
Artengruppe Sumpf-Vergissmeinnicht / Myosotis palustris agg.
Gattung (genus)
Familie (familia)
Raublattgewächse / Boraginaceae
Synonyme: Striegelhaar-Sumpf-Vergissmeinnicht, Hain-Vergissmeinnicht, „Gebirgs-Vergissmeinnicht“; Myosotis strigulosa p. p., Myosotis palustris subsp. strigulosa, Myosotis palustris subsp. nemorosa, Myosotis laxiflora var. scabra
Pflanze keine Pölster bildend, meist zart, schwach beblättert; Rhizom meist dünn, kurz oder fast fehlend, kaum größere Polykormone bildend; Stängel meist deutlich scharfkantig, im unteren Teil meist mit abwärts-gerichteten Haaren oder fast kahl (dann oft auffallend glänzend), (5)10–90 cm lang, wenn sehr kurz, dann meist stärker verzweigt und mit locker stehenden Laubblättern; ohne deutliche Rosetten; Laubblätter stumpf bis zugespitzt; unterste Laubblätter auf der Unterseite meist zumindestens mit einigen abwärts anliegenden oder rückwärts abstehenden Haaren, manchmal fast völlig verkahlend; Blütenstand meist reichästig mit ± zahlreichen, bald zum Blühen gelangenden Bereicherungstrieben, endständige Wickeläste meist ohne, selten mit einem Hochblatt, sich im Lauf der Anthese stark verlängernd, Wickeläste zur Fruchtzeit meist länger als 10 cm; kleinblütige Pflanzen meist ♀, mit verkümmerten Antheren; Fruchtkelch auf 33–40 % geteilt; Krone 3,5–7(9) mm im Durchmesser, blau, manchmal rosa bis weiß; Kronsaum meist flach ausgebreitet, 3,5–11 mm im Durchmesser; fertile Antheren 0,8–1,0 mm lang; Pollenkörner 6,7–8,0 µm lang; Griffel zur Anthese 1,3–1,5 mm lang, mindestens so lang wie die Kelchröhre bis länger als der Kelch, zur Fruchtzeit länger als die Klausen, zur Fruchtzeit 1,5–2,5 mm lang; Fruchtstiele (an Herbarmaterial meist gleichmäßig in eine Richtung abstehend) (2)4–12(15) mm lang, die der untersten Blüten des Wickels nicht auffallend verlängert und nicht zurückgeschlagen, aufrecht- bis waagrecht-abstehend oder ± gleichmäßig zurückgekrümmt; Klausen 1,6–1,9× so lang wie breit, schmaleiförmig bis länglich-3-eckig, 1,2–1,9 mm lang und 0,8–1,0 mm breit. Gesamtlänge: (5)10–50 cm lang. Therophyt–Hemikryptophyt. V–VII(X). Feuchte Wiesen, Gräben, nasse Waldlichtungen, Quellfluren; collin–montan, in den Südalpen bis subalpin; zerstreut bis selten. Verbreitung unzureichend bekannt (wurde oft nicht von Myosotis scorpioides unterschieden). – Sehr variabel.
Detailbeschreibung
Flora status:
- Ureinheimisch = indigen
Verbreitung:
Verbreitung unzureichend bekannt (wurde oft nicht von Myosotis scorpioides unterschieden)
Lebensform:
- Therophyt (Einjährige)
- Hemikryptophyt (Stauden)
Wuchsform:
- annuell
- ausdauernd
- hapaxanth (nur einmal blühend, danach absterbend)
- krautig
- pollakanth (mehrmals blühend)
Sehr variabel.
Wuchshöhe:
- 5 bis 15 cm: kleinwüchsig
- 15 bis 50 cm: mittelhoch
Gesamtlänge: (5)10–50 cm lang
Blütenbiologie:
- Blüten zwittrig
- Blüten oder Blütenähnliche Strukturen vorhanden: Vermehrung über Samen (Samenpflanzen)
- tierbestäubt (zoophil, meist Insekten)
- Blüten eingeschlechtich (rein weiblich oder rein männlich)
kleinblütige Pflanzen meist ♀, mit verkümmerten Antheren
Blütenstand:
- Anordnung: Infloreszenz oder Einzelblüten auf beblättertem Stängel
- Infloreszenz vielblütig
- Beblätterung: Nackter Blütenstand (keine Hochblätter zwischen den Blüten)
- Infloreszenz lockerblütig
- Typ: Komplexe Blütenstände ohne eindeutige Hauptachse: Thyrse/Zymoid/Pleiochasium, etc..
Blütenstand meist reichästig mit ± zahlreichen, bald zum Blühen gelangenden Bereicherungstrieben, endständige Wickeläste meist ohne, selten mit einem Hochblatt, sich im Lauf der Anthese stark verlängernd, Wickeläste zur Fruchtzeit meist länger als 10 cm
Blütenblätter:
- Anzahl: 5
- Apex: Blütenblätter (oder Kronzipfel) stumpf
- Blüten trichter- oder radförmig
- Blüten stieltellerförmig
- Blütenhülle ungleichförmig (heterochlamydeisch = Gliederung in Kelch und Krone)
- Blütenhülle verwachsenblättrig
- Farbe: purpurn oder (purpur)rosa
- Farbe: weiß oder cremefarben
- Grösse: Blüten klein (5 bis 10 mm Durchmesser)
- Grösse: Blüten sehr klein (unter 5mm Durchmesser)
- Grösse: Blüten mittelgross (1-2 cm Durchmesser)
- Verwachsenblättrig mit Kronröhre
- Verwachsenblättrig mit Schlundschuppen
Krone 3,5–7(9) mm im Durchmesser, blau, manchmal rosa bis weiß; Kronsaum meist flach ausgebreitet, 3,5–11 mm im Durchmesser
Blütensymmetrie:
- Blüte radiärsymmetrisch
weibliche Organe (Gynözeum):
- Fruchtblätter verwachsen
- Fruchtknoten oberständig
- Griffel: 1
Griffel zur Anthese 1,3–1,5 mm lang, mindestens so lang wie die Kelchröhre bis länger als der Kelch, zur Fruchtzeit länger als die Klausen, zur Fruchtzeit 1,5–2,5 mm lang
männliche Organe (Andrözeum):
- Anzahl: 5 Staubblätter
fertile Antheren 0,8–1,0 mm lang; Pollenkörner 6,7–8,0 µm lang
Wurzel (Knolle, Rhizome, Zwiebel):
- Rhizom (wurzelartige, meist horizontal verlaufende Sprossachse)
Rhizom meist dünn, kurz oder fast fehlend, kaum größere Polykormone bildend
Spross, Achse, Stamm (zB Borke), Stängel, Internodien:
- Pflanze behaart
- Pflanze kahl
- Wuchs: Pflanze aufrecht wachsend
- Wuchs: Pflanze niederliegend oder aufsteigend
- Stängel kantig
Pflanze keine Pölster bildend, meist zart, schwach beblättert
Stängel meist deutlich scharfkantig, im unteren Teil meist mit abwärts-gerichteten Haaren oder fast kahl (dann oft auffallend glänzend), (5)10–90 cm lang, wenn sehr kurz, dann meist stärker verzweigt und mit locker stehenden Laubblättern; ohne deutliche Rosetten
Sehr variabel.
Blatt (Bl. Spreite, Haare, Farbe, Nervatur):
- Apex: Blattspreite mit stumpfer Spitze
- Apex: Blattspreite zugespitzt
- Behaarung: (allg.) Laubblatt behaart
- Behaarung: Blattunterseite behaart
- Behaarung: Haartyp: Einfache Haare
- Blattform: einfach und ungeteilt (zB Buchenblatt)
- Blattrand: ganzrandig
- Blattstellung: Grundständig (Rosette)
- Blattstellung: Wechselständig
- Grösse: mittelgross (2 bis 10 cm)
- Spreite lanzettlich
Pflanze schwach beblättert
Stängel ohne deutliche Rosetten
Laubblätter stumpf bis zugespitzt; unterste Laubblätter auf der Unterseite meist zumindestens mit einigen abwärts anliegenden oder rückwärts abstehenden Haaren, manchmal fast völlig verkahlend
Blattstiel:
- Blattstiel fehlend (sitzendes Blatt)
- Blattstiel kurz (undeutlich)
- Blattstiel lang (deutlich)
Rosette:
ohne deutliche Rosetten
Fruchtstand:
Fruchtkelch auf 33–40 % geteilt
Griffel zur Fruchtzeit länger als die Klausen, zur Fruchtzeit 1,5–2,5 mm lang
Fruchtstiele (an Herbarmaterial meist gleichmäßig in eine Richtung abstehend) (2)4–12(15) mm lang, die der untersten Blüten des Wickels nicht auffallend verlängert und nicht zurückgeschlagen, aufrecht- bis waagrecht-abstehend oder ± gleichmäßig zurückgekrümmt
Frucht:
- Zerfallfrucht (z.B. Gliederhülse, Klausenfrüchte)
Klausen 1,6–1,9× so lang wie breit, schmaleiförmig bis länglich-3-eckig, 1,2–1,9 mm lang und 0,8–1,0 mm breit
Lebensraum:
- Feuchtwiesen, Sümpfe, Moore
- Waldlichtungen, Waldschläge, Gebüsche, Saumgesellschaften
Feuchte Wiesen, Gräben, nasse Waldlichtungen, Quellfluren
Verbreitung unzureichend bekannt (wurde oft nicht von Myosotis scorpioides unterschieden)
Ökologie:
- Staunässezeiger/Vernässungszeiger
Feuchte Wiesen, Gräben, nasse Waldlichtungen, Quellfluren
Vermehrungsstrategien:
- sexuell
Blütezeit:
- 05 - Mai
- 06 - Juni
- 07 - Juli
- 08 - August
- 09 - September
- 10 - Oktober
V–VII(X)