Rüben-Kälberkropf, Kerbelrübe

Chaerophyllum bulbosum


Gattung (genus)

Kälberkropf / Chaerophyllum

Familie (familia)

Doldenblütler / Apiaceae


Synonyme: Kerbelrübe, Rüben-Kerbel, (schw.:) Rübenkerbel

Pflanze einjährig bis kurzlebig, Hauptwurzel knollig verdickt (fast kugelig); Stängel in der oberen Hälfte kahl; Stängel stielrund, unter den Knoten ± deutlich verdickt; nur unten dicht steifhaarig (zumindest im untersten Inter­nodium) und rot gefleckt, oben meist bereift; Laubblatt 4× gefiedert, Rhachis locker ab­stehend behaart, Blättchen am Grund fiederspaltig, an der Spitze gekerbt oder gesägt. Zipfel fiederschnittig, zerrieben mit charakteristischem scharfem Geruch (Jungpflanzen geruchlos!), Zipfel der obersten Laubblätter schmallinealisch. Hüllchenblätter kahl. Krone weiß;  Kronblätter  nicht bewimpert (Lupe!); Griffeläste weit auseinander spreizend (Winkel ≈ 60–90°). Griffel so lang wie der Griffelpolster. Frucht 4–7 mm lang. Höhe: 80–180 cm. Geophyt. VI–VIII. Frische, ± ruderale Gebüsche u. He­cken, Auwälder, Ackerränder, Wein­gartenränder; stickstoffliebend; collin–untermontan; im Pannonikum häufig bis zerstreut, sonst selten. Wildgemüse (Pfahl­wurzel-Knolle), ehedem (vor dem Erdapfelzeitalter) Gemüse- und Futterpflanze.

Verwechslunsmöglichkeit: siehe Anmerkungen bei Conium maculatum/ Fleckenschierling und Aethusa/ Hunds­petersilie!

 

Detailbeschreibung
Details

Flora status:

Wildgemüse (Pfahlwurzel-Knolle), ehedem (vor dem Erdapfelzeitalter) Gemüse- u. Futterpflanze

 

Gebiet:

im Pannonikum häufig bis zerstreut, sonst selten

Lebensform:

  • Geophyt (Zwiebel-, Knollen- und Rhizompflanzen)

Wuchsform:

  • annuell
  • bienn (zweijährig)
  • krautig

Pflanze einjährig bis kurzlebig

Hauptwurzel knollig verdickt (fast kugelig)

Wuchshöhe:

  • 50 bis 100 cm: hochwüchsig
  • Größer als 100cm: Sehr hochwüchsig

Höhe: 80–180 cm

Blütenbiologie:

  • Blüten zwittrig
  • Blüten oder Blütenähnliche Strukturen vorhanden: Vermehrung über Samen (Samenpflanzen)
  • tierbestäubt (zoophil, meist Insekten)

Proterandrie

 

Blütenstand:

  • Anordnung: Infloreszenz oder Einzelblüten auf beblättertem Stängel
  • Beblätterung: Brakteoser Blütenstand (Blätter im Blütenstandsbereich sind Hochblätter, Blütenstand daher deutlich abgesetzt)
  • Typ: Doppeldolde
  • Infloreszenz vielblütig

Hüllchenblätter kahl

 

Blütenblätter:

  • Anzahl: 5
  • Blütenhülle freiblättrig
  • Blütenhülle ungleichförmig (heterochlamydeisch = Gliederung in Kelch und Krone)
  • Farbe: weiß oder cremefarben
  • Grösse: Blüten sehr klein (unter 5mm Durchmesser)

Kronblätter nicht bewimpert (Lupe!)

Krone weiß

 

Blütensymmetrie:

weibliche Organe (Gynözeum):

  • Fruchtknoten unterständig
  • Fruchtblätter verwachsen
  • Griffel: 2 (bzw. Narben (bei Seggen))

Griffeläste weit auseinander spreizend (Winkel ≈ 60–90°

Griffel so lang wie der Griffelpolster

 

männliche Organe (Andrözeum):

  • Anzahl: 5 Staubblätter
  • Staubblätter frei

Blütenkelch:

  • nicht vorhanden oder hinfällig

Wurzel (Knolle, Rhizome, Zwiebel):

  • Speicherwurzel(n) – Rüben und Wurzelknollen
  • Sprossknolle

Hauptwurzel knollig verdickt (fast kugelig)

Wildgemüse (Pfahlwurzel-Knolle), ehedem (vor dem Erdapfelzeitalter) Gemüse- u. Futterpflanze

(laut Rothmaler, EF von Deutschland: Spross bzw. Hypokotylknolle)

Spross, Achse, Stamm (zB Borke), Stängel, Internodien:

Stängel wenigstens unterwärts rotfleckig, unter den Knoten ± deutlich verdickt

Pflanze einjährig bis kurzlebig

Hauptwurzel knollig verdickt (fast kugelig)

Stängel in der oberen Hälfte kahl

Stängel stielrund, nur unten dicht steifhaarig (zumind. im untersten Internodium) u. rot gefleckt, oben meist bereift

zerrieben mit charakteristischem scharfem Geruch (Jungpflanzen geruchlos!)

Wildgemüse (Pfahlwurzel-Knolle), ehedem (vor dem Erdapfelzeitalter) Gemüse- u. Futterpflanze

Verwechslunsmöglichkeit: Anmerkungen bei Conium maculatum/ Fleckenschierling u. Aethusa/ Hundspetersilie!

 

Blatt (Bl. Spreite, Haare, Farbe, Nervatur):

  • Behaarung: (allg.) Laubblatt behaart
  • Behaarung: Blattoberseite behaart
  • Behaarung: Haartyp: Einfache Haare
  • Blattform: einfach und geteilt (z.B. Ahornblatt)
  • Blattform: geteilt, geschnitten
  • Blattform: zusammengesetzt (z.B. Eschenblatt)
  • Blattform: zusammengesetzt, unpaarig (mit Endblättchen)
  • Blattform: zusammengesetzt: zweifach (doppelt) oder mehrfach
  • Blattform: geteilt, gespalten
  • Blattrand: gekerbt
  • Blattrand: gesägt
  • Blattstellung: Grundständig (Rosette)
  • Blattstellung: Wechselständig
  • mit Blattscheide
  • Pflanze aromatisch (beim Zerreiben würzig riechend)
  • Spreite linealisch

Laubblätter 2–3×-gefiedert

Blättchem am Grund fiederspaltig, an der Spitze gekerbt od. gesägt

Laubblatt 4× gefiedert, Rhachis locker abstehend behaart, Zipfel fiederschnittig, zerrieben mit charakteristischem scharfem Geruch (Jungpflanzen geruchlos!)

Zipfel der obersten Laubblätter schmallinealisch

Verwechslunsmöglichkeit: Anmerkungen bei Conium maculatum/ Fleckenschierling u. Aethusa/ Hundspetersilie!

 

Blattstiel:

Rosette:

Phänologie:

Kälte- und Dunkelkeimer

Frucht:

  • Achäne /Karyopse
  • Spaltfrucht (z.B. Ahorn)

Griffeläste weit auseinander spreizend (Winkel ≈ 60–90°)

Frucht 4–7 mmlang

Doppelachäne

 

Samen:

  • Frucht einsamig
  • Frucht zwei- bis wenigsamig
  • Samen von Fruchtknoten eingeschlossen (Bedecktsamer)

Teilfrucht einsamig

Lebensraum:

  • Auwälder
  • Gebüsche und Hochstaudenfluren
  • Äcker und Ackerrandstreifen
  • Waldlichtungen, Waldschläge, Gebüsche, Saumgesellschaften

Frische, ± ruderale Gebüsche u. Hecken, Auwälder, Ackerränder, Weingartenränder; stickstoffliebend

im Pannonikum häufig bis zerstreut, sonst selten

Ökologie:

  • Nährstoffzeiger (fette, nährstoffreiche Böden)

Frische, ± ruderale Gebüsche u. Hecken, Auwälder, Ackerränder, Weingartenränder

stickstoffliebend

im Pannonikum häufig bis zerstreut, sonst selten

 

Höhenstufen:

  • Collin (von 0 bis 250/400 m SH) – Waldsteppenzone, trocken-warme Eichen-Hainbuchenwälder
  • Submontan (bis 350/450m SH) - Buchenwälder und Eichen-Hainbuchenwälder
  • montan bzw. untermontan (bis 700/900m SH) – Buchenwälder

collin–untermontan

Geologie/Boden:

Frische, ± ruderale Gebüsche u. Hecken, Auwälder, Ackerränder, Weingartenränder; stickstoffliebend

Vermehrungsstrategien:

  • sexuell

Verbreitunsstrategien:

Streufrüchte

Blütezeit:

  • 06 - Juni
  • 07 - Juli
  • 08 - August

VI–VIII