Distel-Sommerwurz
Orobanche reticulata (s.lat.)
Gattung (genus)
Familie (familia)
Sommerwurzgewächse / Orobanchaceae
Synonyme: Netz-Sommerwurz
Blüten fast duftlos, Blütenstand meist vielblütig; Kelchhälften stets einfach (nicht gespalten), lineal-lanzettlich, oft kräftig purpurn bis schwarz(farblich von der Krone deutlich verschieden), zur Spitze hin schwach 1-nervig; Krone weißlich bis gelblich, ± violett geadert, selten gelb, innen nicht glänzend trüb-blutrot, Kronoberlippe mit zumindest an ihrem Grund dunklen (violetten bis purpurroten) Drüsenhaaren; Kronoberlippe ± stark violett überlaufen; alle Zipfel der Kronunterlippe fast gleich groß; Staubfäden 2–4 mm über dem Krongrund ansetzend, unten bis zur Mitte spärlich drüsenlos behaart bis kahl, oben spärlich drüsenhaarig; Narbe trüb-ocker bis purpurn bis dunkelviolett, sehr selten gelb (f. kirantha), Griffel in der Mitte spärlich drüsenhaarig. Höhe: 30–80 cm. Einjährig?–kurzlebig? Therophyt?/Geophyt. VI–VII(–IX). Wärmeliebende Ruderalgesellschaften, Auwälder, Waldschläge,Trockenwiesen, Felsschutthänge; auf Carduus- und Cirsium-Arten, montan besonders auf Carduus defloratus und Carduus erisithales, collin besonders auf Carduus acanthoides; collin–subalpin; montan–subalpin zerstreut, collin selten.
Anmerkung: Die beiden bisher unterschiedenen Unterrten subsp. reticulata (Orobanche reticulata s. str.) / Dunkle Distel-Sommerwurz mit stärker violett gefärbten Kronen (montan–subalpin) und subsp. pallidiflora (Orobanche pallidiflora, Orobanche cirsii, Orobanche reticulata var. pallidiflora) / Bleiche Distel-Sommerwurz mit blasseren Krone mit wenigen dunklen Drüsenhaaren (collin) lassen sich phänetisch nicht trennen, Kronfarbe und Behaarung der Staubfäden variieren auch innerhalb der Populationen. — Anmerkung: Angaben dieser Art auf Knautia beziehen sich sehr wahrscheinlich auf O. pancicii!
Detailbeschreibung
Flora status:
- Ureinheimisch = indigen
Wuchsform:
- annuell
- hapaxanth (nur einmal blühend, danach absterbend)
- krautig
- bienn (zweijährig)
- ausdauernd
☉?–kurzlebig?
Wuchshöhe:
- 15 bis 50 cm: mittelhoch
- 50 bis 100 cm: hochwüchsig
Höhe: 30–80 cm
Blütenbiologie:
- Blüten zwittrig
- Blüten oder Blütenähnliche Strukturen vorhanden: Vermehrung über Samen (Samenpflanzen)
Blüten fast duftlos
Blütenstand:
- Anordnung: Infloreszenz oder Einzelblüten auf beblättertem Stängel
- Infloreszenz vielblütig
- Typ: Ähre (oder Kolben, wenn Achse verdickt)
Blütenstand meist vielblütig
Blütenblätter:
- Anzahl: 5
- Apex: Blütenblätter (oder Kronzipfel) stumpf
- Blüten zylindrisch oder glockenförmig
- Blütenhülle ungleichförmig (heterochlamydeisch = Gliederung in Kelch und Krone)
- Blütenhülle verwachsenblättrig
- Farbe: gelb
- Farbe: weiß oder cremefarben
- Krone behaart oder am Rand bewimpert
- Grösse: Blüten gross (mehr als 2 cm Durchmesser)
- Lippenkrone („Lippenblüte“)
- Verwachsenblättrig mit Kronröhre
- Farbe: mehrfarbig oder gemustert
- Farbe: violett
Krone weder blau noch violett, höchstens bläulich geadert oder schwach rosa oder lilaüberlaufen
Krone innen nicht glänzend trüb-blutrot
Kronoberlippe mit zumindest an ihrem Grund dunklen (violetten bis purpurroten) Drüsenhaaren
Krone weißlich bis gelblich, ± violett geadert, selten gelb
Kronoberlippe ± stark violett überlaufen
alle Zipfel der Kronunterlippe fast gleich groß
weibliche Organe (Gynözeum):
- Fruchtblätter verwachsen
- Fruchtknoten oberständig
- Griffel: 1
Narbe nie weißlich oder farblos
Narbe in der Regel dunkel (rotbraun bis purpurrot)
Griffel in der Mitte spärlich drüsenhaarig
Narbe trüb-ocker bis purpurn bis dunkelviolett, sehr selten gelb (f. kirantha)
männliche Organe (Andrözeum):
- Anzahl: 4 Staubblätter
- Staubblätter frei
Staubfäden 2–4 mm über dem Krongrund ansetzend, unten bis zur Mitte spärlich drüsenlos behaart bis kahl, oben spärlich drüsenhaarig
Blütenkelch:
- Anzahl: 4 Kelchblätter
- Kelch verwachsenblättrig
Kelchhälften stets einfach (nicht gespalten), lineal-lanzettlich, oft kräftig purpurn bis schwarz (farblich von der Krone deutlich verschieden), zur Spitze hin schwach 1-nervig
Blütenduft:
Blüten fast duftlos, Blütenduft: ?
Wurzel (Knolle, Rhizome, Zwiebel):
- Haustorien
Spross, Achse, Stamm (zB Borke), Stängel, Internodien:
Blatt (Bl. Spreite, Haare, Farbe, Nervatur):
- Apex: Blattspreite mit stumpfer Spitze
- Blattform: einfach und ungeteilt (zB Buchenblatt)
- Blattrand: ganzrandig
- Blattstellung: Wechselständig
- Laubblätter alle gleich gestaltet
- Spreite schuppenförmig
Blattstiel:
- Blattstiel fehlend (sitzendes Blatt)
Lebensraum:
- Auwälder
- Ruderalstandorte
- Wiesen (außer Feuchtwiesen und Trockenrasen)
- Waldlichtungen, Waldschläge, Gebüsche, Saumgesellschaften
- Felsstandorte
Wärmeliebende Ruderalgesellschaften, Auwälder, Waldschläge, Trockenwiesen, Felsschutthänge; auf Carduus- und Cirsium-Arten, montan besonders auf Carduus defloratus und C. erisithales, collin besonders auf Carduus acanthoides
Ökologie:
- Parasiten (Hemi- und Holoparasiten)
Wärmeliebende Ruderalgesellschaften, Auwälder, Waldschläge, Trockenwiesen, Felsschutthänge; auf Carduus- und Cirsium-Arten, montan besonders auf Carduus defloratus und C. erisithales, collin besonders auf Carduus acanthoides
Höhenstufen:
- Collin (von 0 bis 250/400 m SH) – Waldsteppenzone, trocken-warme Eichen-Hainbuchenwälder
- Submontan (bis 350/450m SH) - Buchenwälder und Eichen-Hainbuchenwälder
- montan bzw. untermontan (bis 700/900m SH) – Buchenwälder
collin–subalpin
montan–subalpin zerstreut, collin selten
Geologie/Boden:
Wärmeliebende Ruderalgesellschaften, Auwälder, Waldschläge, Trockenwiesen, Felsschutthänge; auf Carduus- und Cirsium-Arten, montan besonders auf Carduus defloratus und C. erisithales, collin besonders auf Carduus acanthoides
Vermehrungsstrategien:
- sexuell
Blütezeit:
- 06 - Juni
- 07 - Juli
- 08 - August
- 09 - September
VI–VII(–IX)

